Quartierplanung

Vernetzte Planung zwischen Siedlung und Landschaft

Im Jahr 2009 beschloss die Muttenzer Gemeindeversammlung, dass das Schänzli unbebaut bleiben und zu einer Grünzone mit revitalisierter Birs entwickelt werden soll. Sowohl dem Gemeinderat als auch der Grundeigentümerschaft Hagnau war es ein Anliegen, diesem Wunsch nachzukommen: Das Schänzli kann sich unter finanzieller Beteiligung der Hagnau-Investoren zu einen weitläufigen Natur-, Freizeit- und Naherholungsraum mit direktem Birszugang wandeln. Damit auch der steigenden Nachfrage nach Wohnraum und neuen Freizeitangeboten im Siedlungsgebiet entsprochen wird, sieht die Quartierplanung demgegenüber auf den Hagnau-Arealen eine hohe Nutzungsdichte vor. Dafür wurden zahlreiche Bautypologien geprüft: u.a. eine Blockrandbebauung oder eine Gruppe mit weniger hohen, dafür massigeren Einzelbauten. Als städtebaulich beste Lösung für diesen Ort hat sich die Variante mit einem Ensemble von sechs aufeinander abgestimmten Hochhäusern von 39 bis 90,5 Metern herauskristallisiert. Diese präzise gesetzten Bauten beanspruchen weniger Fläche und ermöglichen grosszügige öffentliche Frei- und Platzräume. Wegen der hervorragenden Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr, der Distanz zum historischen Ortskern sowie der topografischen Lage definiert auch der Kanton die Hagnau-Areale als optimalen Standort für Hochhäuser.

Viele Nutzungsmöglichkeiten

Die Quartierplanung Hagnau sieht Platz für ca. 630 Wohnungen für unterschiedliche Bedürfnisse und eine vielfältige Bewohnerschaft vor. Die geplanten Gewerbenutzflächen schaffen Raum für rund 700 Arbeitsplätze und einen bunten Angebotsstrauss für die ganze Bevölkerung. So plant die KITAG Kino-Theater AG mehrere Kinosäle mit Bowlingcenter und Sportsbar. Hinzu kommen u. a. ein Quartierladen, ein Fitnesscenter und ein Café. Das heute meist wenig belebte Gebiet lässt sich so zu einem einladenden Quartier umgestalten – mit direktem Zugang zum Naherholungsraum Schänzli und der Birs. 

Nähe zur Natur

Ein erstes umfassendes Raumkonzept für eine Birsrevitalisierung stellten die Gemeinde und Pro Natura bereits vor über zehn Jahren vor. 2017 setzte der Kanton mit der Birsrevitalisierung im unzugänglichen Naturschutzgebiet Vogelhölzli eine erste Etappe daraus um. Nun soll unter Federführung der Gemeinde auch das Gebiet der Rennbahn folgen. Das Schänzli wird zu einem weitläufigen Naturraum für Menschen, Pflanzen und Tiere. Während im vorderen Bereich bei der Tramschlaufe auch künftig wechselnde Veranstaltungen möglich sein werden, soll die Nutzung Richtung Vogelhölzli schrittweise abnehmen und zunehmend Lebensraum für Flora und Fauna entstehen. Mit dem direkten Zugang zur natürlichen Auenlandschaft und weiten Grünflächen bleibt dazwischen genügend Raum für die ruhesuchende wie aktive Bevölkerung. 

Attraktive und sichere Verbindungen

Die Planung sieht für das bestehende Siedlungsgebiet eine bessere Anbindung an das Schänzli, die Brüglingerebene und die Stadt Basel vor. Ergänzend zum Naherholungsgebiet Schänzli entstehen auch auf den Hagnau-Arealen grosszügige, terrassierte und begrünte Frei- und Platzräume. Weil sie öffentlich und halböffentlich sind, laden diese Orte alle zum Verweilen ein. Sie dienen zudem als attraktive Verbindungsachsen, u.a. dank der Aufwertung der bestehenden und der Schaffung von direkteren und sichereren Velo- und Fussgängerwegen. Ausserdem ermöglicht eine neue Bushaltestelle in der Hagnaustrasse den direkten Anschluss an den öffentlichen Verkehr.

Flüssiger Verkehr ohne Lärmzunahme

Dem motorisierten Verkehr wird mit einer umsichtigen Verkehrs- und Mobilitätsplanung Rechnung getragen. Diese hatte von Anfang an zum Ziel, die angrenzenden Quartiere nicht weiter zu belasten. So wird etwa eine flüssigere Strassen- und Verkehrsführung über den geplanten ASTRA-Kreisel spürbare Verbesserungen bringen. Auch der Knoten Hagnaustrasse/Birsfelderstrasse kann den erwarteten Mehrverkehr selbst in Spitzenzeiten gut aufnehmen. Zudem bestätigen detaillierte Berechnungen, dass die bewusst gesetzten und schlanken Hochhäuser insbesondere im Gebiet Schweizerau keine Lärmzunahme durch Reflektion bringen.


Zahlen und Fakten auf einen Blick

Visualisierungen

 

Die Visualisierungen zeigen die definierten Gebäudevolumen. Ihr architektonisches Erscheinungsbild wird erst ausgearbeitet, falls die Quartierplanung angenommen wird. Um eine hochwertige Gestaltung zu gewährleisten, wurde in den Quartierplanvorschriften festgelegt, dass dazu jeweils ein Varianzverfahren oder ein kooperatives Verfahren unter Einbezug der Gemeinde durchgeführt werden muss. © nightnurse images, Zürich

Modellaufnahmen

Einbindung in den Kontext

Der Blick über die Region veranschaulicht die Einbettung der geplanten Hochhausensembles in den Gesamtkontext mit anderen Hochhausprojekten (Stand Oktober 2017).

Sichtbarkeit aus dem Quartier

Auf Wunsch einzelner Anwohnerinnen und Anwohner aus dem benachbarten Schweizerau-Quartier hat das Planungsteam im Mai 2017 deren Perspektive auf die geplanten Hochhäuser visualisiert.