Quartierplanung

Vernetzte Planung zwischen Siedlung und Landschaft

Die Quartierplanvorschriften Hagnau/Schänzli sind seit Ende 2021 rechtsverbindlich. Die Gemeinde und die private Grundeigentümerschaft Hagnau haben sie im Rahmen eines kooperativen Quartierplanungsverfahrens gemeinsam und zusammenhängend entwickelt. Damit wurde u. a. dem Anspruch Rechnung getragen, Siedlung und Landschaft integral zu denken und zu planen.

Die Quartierplanung auf einen Blick

   
Bereits im Jahr 2009 beschloss die Muttenzer Gemeindeversammlung, dass das Schänzli unbebaut bleiben und zu einer Grünzone mit revitalisierter Birs entwickelt werden soll. Sowohl dem Gemeinderat als auch der Grundeigentümerschaft Hagnau war es ein Anliegen, diesem Wunsch nachzukommen: Das Schänzli wird sich in den kommenden Jahren unter finanzieller Beteiligung der Hagnau-Investoren zu einem weitläufigen Natur- und Erholungsraum mit direktem Birszugang wandeln. Damit auch der steigenden Nachfrage nach Wohnraum und neuen Freizeitangeboten im Siedlungsgebiet entsprochen wird, sieht die Quartierplanung demgegenüber auf den Hagnau-Arealen eine hohe Nutzungsdichte vor (ca. 70 % Wohnen und 30 % Gewerbe). Dafür wurden zahlreiche Bautypologien geprüft: u.a. eine Blockrandbebauung oder eine Gruppe mit weniger hohen, dafür massigeren Einzelbauten. Als städtebaulich beste Lösung für diesen Ort hat sich die Variante mit einem Ensemble von sechs aufeinander abgestimmten Hochhäusern von 39 bis 90,5 Metern herauskristallisiert. Diese präzis gesetzten Bauten beanspruchen weniger Fläche und ermöglichen grosszügige öffentliche Frei- und Platzräume. Wegen der hervorragenden Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr, der Distanz zum historischen Ortskern sowie der topografischen Lage definiert auch der Kanton die Hagnau-Areale als optimalen Standort für Hochhäuser.

Viele Nutzungsmöglichkeiten

Die Hagnaustrasse gliedert das Areal in einen West- und einen Ostteil. Die unabhängig voneinander und etappiert umsetzbaren Quartierpläne Hagnau West und Hagnau Ost sehen Platz für insgesamt ca. 630 Wohnungen für unterschiedliche Bedürfnisse und eine vielfältige Bewohnerschaft vor. Die geplanten Gewerbenutzflächen schaffen Raum für rund 700 Arbeitsplätze und einen bunten Angebotsstrauss für die ganze Bevölkerung. So sind u. a. Restauratinsbetriebe, ein Quartierladen oder ein Fitnesscenter vorgesehen. Das heute meist wenig belebte Gebiet wird sich so zu einem einladenden Quartier mit direktem Zugang zum Naherholungsraum Schänzli und der Birs umgestalten. 

Nähe zur Natur

Ein erstes, umfassendes Raumkonzept für eine Birsrevitalisierung stellten die Gemeinde und Pro Natura bereits vor über zehn Jahren vor. 2017 setzte der Kanton mit der Birsrevitalisierung im unzugänglichen Naturschutzgebiet Vogelhölzli eine erste Etappe daraus um. Nun kann unter Federführung der Gemeinde auch das Gebiet der Rennbahn folgen. Das Schänzli wird als Leuchtturmprojekt des Aktionsplans Birspark Landschaft der Birsstadt-Gemeinden zu einem weitläufigen Naturraum für Menschen, Pflanzen und Tiere. Während im vorderen Bereich bei der Tramschlaufe auch künftig wechselnde Veranstaltungen möglich sein werden, soll die Nutzung Richtung Vogelhölzli schrittweise abnehmen und zunehmend Lebensraum für Flora und Fauna entstehen. Mit dem direkten Zugang zur natürlichen Auenlandschaft und weiten Grünflächen bleibt dazwischen genügend Raum für die ruhesuchende wie aktive Bevölkerung. 

Attraktive und sichere Verbindungen

Die Planung ermöglicht für das bestehende Siedlungsgebiet eine bessere Anbindung an das Schänzli, die Brüglingerebene und die Stadt Basel. Ergänzend zum Naherholungsgebiet Schänzli entstehen auch auf den Hagnau-Arealen grosszügige, terrassierte und begrünte Frei- und Platzräume. Weil sie öffentlich und halböffentlich sind, laden diese Orte alle zum Verweilen ein. Sie dienen zudem als attraktive Verbindungsachsen, u.a. dank der Aufwertung der bestehenden und der Schaffung von direkteren und sichereren Velo- und Fussgängerwegen. Ausserdem ermöglicht eine neue Bushaltestelle in der Hagnaustrasse den direkten Anschluss an den öffentlichen Verkehr.

Flüssiger Verkehr ohne Lärmzunahme

Dem motorisierten Verkehr wird mit einer umsichtigen Verkehrs- und Mobilitätsplanung Rechnung getragen. Diese hatte von Anfang an zum Ziel, die angrenzenden Quartiere nicht weiter zu belasten. So wird etwa eine flüssigere Strassen- und Verkehrsführung über den geplanten ASTRA-Kreisel spürbare Verbesserungen bringen. Auch der Knoten Hagnaustrasse/Birsfelderstrasse kann den erwarteten Mehrverkehr selbst in Spitzenzeiten gut aufnehmen. Zudem bestätigen detaillierte Berechnungen, dass die bewusst gesetzten und schlanken Hochhäuser insbesondere im Gebiet Schweizerau keine Lärmzunahme durch Reflektion bringen. 

Projektseite Schänzli

Projektseite Hagnau Ost

Projektseite Hagnau West

Visualisierungen

 
Die Visualisierungen zeigen die definierten Gebäudevolumen. Ihr architektonisches Erscheinungsbild wird in der Ausarbeitung der konkreten Bauprojekte definiert. Um eine hochwertige Gestaltung zu gewährleisten, wurde in den Quartierplanvorschriften festgelegt, dass dazu jeweils ein Varianzverfahren oder ein kooperatives Verfahren unter Einbezug der Gemeinde durchgeführt werden muss. © nightnurse images, Zürich

Das Projekt Hagnau Ost und Hagnau West in 9 Schritten

Einbindung in den Kontext

Der Blick über die Region veranschaulicht die Einbettung der geplanten Hochhausensembles in den Gesamtkontext mit anderen Hochhausprojekten (Stand Oktober 2017).

Sichtbarkeit aus dem Quartier

Auf Wunsch einzelner Anwohnerinnen und Anwohner aus dem benachbarten Schweizerau-Quartier hat das Planungsteam im Mai 2017 deren Perspektive auf die geplanten Hochhäuser visualisiert.